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Wo liegen die Chancen an den europäischen Aktienmärkten?


Nach dem Überschwang des vergangenen Jahres sollten sich Aktieninvestoren nun auf eine veränderte Lage einstellen. Viele Bewertungen erscheinen bereits ausgereizt, und auch die allmähliche Normalisierung der Geldpolitik dürfte sowohl den Markt als auch die oft zitierten „animal spirits“ dämpfen. Bisher haben die meisten Anleger auf die sich abzeichnenden Veränderungen der Geldpolitik zwar gelassen reagiert. Aber irgendwann dürften die Märkte damit beginnen, sich auf das neue Umfeld steigender Inflation, höherer Zinsen, verstärkter Volatilität und vermehrter Währungsbewegungen einzustellen.

Trotz oder vielleicht sogar wegen der wirtschaftlichen Erholung werden die europäischen Märkte hier keine Ausnahme bleiben. Ein stärkerer Euro, ein Anstieg der Renditen sowie erhöhte Bewertungsmultiplikatoren: all das bedeutet, dass man sich künftig nicht mehr auf den breiten Markt verlassen kann, sondern mehr darauf zu achten hat, welche Länder und Sektoren das größte Potential aufweisen. In der Antwort auf diese Frage liegt der Schlüssel für weiterhin gute Renditen in diesem Jahr.

Sehen Sie sich unser Video über die Erholung Europas an (in englischer Sprache)

*Nach dem letzten State Street Investor Confidence Index. 

Wie steht es um Europa?

Die Wirtschaft der Eurozone läuft rund. Für dieses Jahr erwarten wir ein Wachstum von 2,1 Prozent. Sowohl im Gesamtkontext als auch auf Länderebene weisen die Wirtschaftsindikatoren auf eine stabile Aufwärtsentwicklung hin. In Deutschland zum Beispiel stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex für das verarbeitende Gewerbe auf einen neuen Rekordwert. Die Beschäftigungslage hat sich bereits spürbar verbessert und dürfte dies auch weiterhin tun. Mit den guten Aussichten sowohl für ökonomische als auch institutionelle Reformen innerhalb der EU haben sich die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Aufschwung deutlich verbessert. Weiterhin gute Wachstumsperspektiven, ein zunehmend europafreundlicher werdendes Deutschland sowie die weitgehend störungsfrei verlaufenden Reformen des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron tun ein Übriges. 

Dennoch bleiben die Weiterentwicklung der EU und die nach wie vor spürbare Teilung in Nord und Süd eine Herausforderung für Europa. Nach jetzigem Stand der Dinge haben höhere Ausgaben und eine stärkere finanzpolitische Integration wohl bessere Erfolgsaussichten als die in Frage stehenden Schritte zur Vergemeinschaftung finanzieller Risiken. Die Gefahr eines „Italexit“ scheint einstweilen nicht besonders groß. Dennoch stellen die Parlamentswahlen in Italien am 4. März ein gewisses Risiko dar. Denn sollten die gegen das Polit-Establishment gerichteten Parteien bei der Wahl größere Erfolge erzielen, könnte dies den europäischen Reformprozess durchaus aufhalten bzw. verwässern. Eine solche Entwicklung dürfte die Nachhaltigkeit des europäischen Erholungsprozesses in Frage stellen und sich wenig positiv auf die Bereitschaft ausländischer Investoren auswirken, Europa gegenüber anderen Regionen den Vorzug zu geben.

Identifizieren Sie Chancen in Europa mithilfe unserer Graphik

Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten

Trotz der gesamteuropäisch guten Wachstumsperspektiven könnten sich die einzelnen Volkswirtschaften durchaus unterschiedlich entwickeln. Der genaue Blick auf die europäischen Länder wird damit wichtiger. Etwa auf Frankreich, wo Emmanuel Macron vor dem Hintergrund einer prosperierenden Wirtschaft und einer schwächelnden Opposition wichtige Reformen im Bereich der Steuern, des Arbeitsmarktes und der Zuwanderung umsetzt. In Deutschland dürften die Koalitionsverhandlungen zu einem Stimulus auf der Ausgabenseite führen, und in Griechenland könnte der Staat gegebenenfalls von der Möglichkeit eines Schuldenerlasses profitieren. Auch der Blick auf einige osteuropäische Aktienmärkte erscheint durchaus lohnenswert. Weniger optimistisch dagegen stellt sich die Situation in Italien und Spanien dar, wo politische Risiken auch die wirtschaftlichen Perspektiven belasten.

Der FTSE 100 kämpft derweil seinen eigenen Brexit-Kampf. Obwohl inzwischen Verhandlungsfortschritte zwischen der EU und Großbritannien erkennbar sind, bleibt der britische Aktienmarkt dennoch weiterhin belastet. Unter anderem die komplizierte Lage Großbritanniens bei den Verhandlungen über Handelsabkommen dürfte schon bald weitere düstere Wolken heraufziehen lassen.

Ein Blick auf die Sektoren

In einem Umfeld steigender Zinsen, so lehrt uns der Blick in die Vergangenheit, sollten vor allem Finanzunternehmen, Öl- und Gasfirmen sowie Automobilhersteller gute Chancen haben. Zu kämpfen haben hingegen Telekommunikationsunternehmen, Versorger, Konsumgüterhersteller und die Immobilienwirtschaft. Obwohl diese Beobachtung im Großen und Ganzen stimmt, sollten Anleger dennoch einen differenzierten Ansatz wählen. Was unser zyklisches Exposure angeht, so bevorzugen wir Unternehmen der gehobenen Konsumgüterindustrie gegenüber solchen aus dem Bereich der Industriegüterproduktion. Die Bewertungen dieser Branchen scheinen zwar stark korreliert, haben sich zuletzt allerdings etwas verschoben. So weisen Werte der Industriegüterproduktion derzeit aus keinem nachvollziehbaren Grund ein deutlich höheres prognostiziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis auf. Auch die Baubranche und der Rüstungsgüterbereich könnten einen genaueren Blick Wert sein.

Die Schwellenländer aus Sicht der Europäer

Auch in den Schwellenländern nimmt die wirtschaftliche Erholung Fahrt auf. Insgesamt erwarten wir für 2018 ein Wachstum von 4,8 Prozent. In China dürfte die Wirtschaft um gut sechs Prozent zulegen, was die Möglichkeit eines „hard landing“ eher unwahrscheinlich macht. Um an dieser Entwicklung über europäische Aktienportfolios teilzunehmen, empfehlen sich Sektoren mit einer Verbindung zu den Rohstoffmärkten. Zum einen wegen des schwächeren US Dollars und zum anderen aus Bewertungsgründen. Ein fallender Dollar sollte Industriegüterproduzenten unter Druck setzen, während die Rohstoffpreise nicht zuletzt auch wegen einer insgesamt verbesserten Angebots/Nachfrage-Situation Unterstützung erfahren dürften.

Defensive Optionen

Im Allgemeinen erscheinen defensive Sektoren gegenwärtig teuer. Angesichts der Notwendigkeit zur Stabilisierung der Portfolios sollten sie jedoch keinesfalls übersehen werden. Obwohl Unternehmen der Öl- und Gasindustrie über gute Kreditratings und starke Bilanzen verfügen und Unternehmen der Informationstechnologie weiterhin erhebliche Barmittel anhäufen, könnten beide Sektoren dennoch unter Druck geraten, wenn der Kreditmarkt zu schwanken beginnen sollte. 

Trotz insgesamt weiterhin guter Aussichten, könnte es für Investoren künftig also schwieriger werden. Möglicherweise stehen die Märkte im Zuge ihrer Anpassung an die ökonomischen Gegebenheiten vor einer Sektor Rotation.

Alle Daten und Meinungen: Lyxor Cross  Asset Research, 1 Februar 2018 wenn nicht anders angegeben. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Erträge.

Risikohinweise 

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

Alle im obigen Artikel enthaltenen Meinungen und Daten spiegeln die Sichtweise des Lyxor & SG Cross Asset Research-Teams wider und entsprechen dem Stand vom 23. August 2017.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTORE

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.

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