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03 Jul 2018

Schwächeln oder Schwung: Wie geht es weiter mit europäischen Aktien?


Wenig überzeugt zeigten sich die Anleger zuletzt von den europäischen Aktienmärkten. Dass sich die Risiken dort verflüchtigt hätten, daran mochten viele nicht wirklich glauben. Vielmehr hatte es den Anschein, als suchten manche Investoren nach Gründen, ihre Gelder abzuziehen und woanders anzulegen. Seit Februar beließen sie es nicht bei Überlegungen. An den europäischen Aktienmärkten kam es zu erheblichen Mittelrückflüssen. 


Investoren kehren den europäischen Aktienmärkten den Rücken:
Mittelrückflüsse in Mio. Euro

                                      chart 1

Quelle: Daten vom 1. Juni 2017 bis zum 1. Juni 2018, Bloomberg, Lyxor. Die Performance der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Vor allem die Entwicklung in Italien ist ein erneuter Beweis dafür, dass die Herausforderungen und Risiken des Populismus nach wie vor existent sind. Der Koalitionsvertrag  der europakritischen 5-Sterne-Bewegung und der rechtsnationalen Lega ist fordernd, enthält allerdings nur wenig Details. Die darin zum Ausdruck kommenden Vorstellungen über den Kurs der Staatsfinanzen und der Flüchtlingspolitik dürften die EU jedoch vor Herausforderungen stellen. Und Spanien? Obwohl es in Sachen Unabhängigkeit Kataloniens gegenwärtig relativ ruhig ist, bleibt der Konflikt ungelöst. Zudem müssen die Märkte den Regierungswechsel in Madrid erst noch verdauen.


Abstimmung mit den Füßen: 

Renditen und Mittelbewegungen                                                           
beim IBEX und MIB (in Euro)                                  Rückflüsse insgesamt YTD

chart 2

Quelle: Renditen von Thomson Reuters Datastream und Lyxor International Asset Management mit Stand vom 22. Juni 2018 in lokaler Währung. Mittelbewegungen vom 1.6.2017 bis zum 1.6.2018 von Bloomberg und Lyxor ETF Research. Die Performance der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.


Zwei Jahre sind nach dem Brexit-Votum vergangen, und noch sind keine tragfähigen Lösungen erkennbar. Für die Europäer mag dies vor allem als ein Problem der Briten erscheinen. Bei internationalen Investoren hingegen entsteht der Eindruck, dass sich Europa zunehmend zersplittert. Die britische Wirtschaft dürfte in jedem Fall unter Druck bleiben. Und für die Bank of England wird Inflation ein Thema der kommenden Monate sein.


Europa nicht vorschnell abschreiben

Die Turbulenzen am Tiber und die spezifische Schwäche einiger Sektoren, wie  etwa der Finanz- und Exportbranche, haben den Markt vorübergehend gedrückt, bevor es wieder aufwärts ging. Nach einem erneuten Rückfall sind die Kurse zuletzt dann wieder geklettert. Wie geht es nun weiter?


Die Entwicklung der großen Aktienmärkte seit Jahresbeginn
(Total Return und in lokaler Währung)

                          Chart 3

Quelle: Thomson Reuters Datastream, MSCI, Lyxor International Asset Management, Stand: 22.06.2018. Die Performance der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.


Unter der Voraussetzung eines anhaltenden binnenwirtschaftlichen Momentums gehen wir weiterhin von einer positiven Entwicklung der Wirtschaft in der Eurozone aus. Viele Unternehmen berichten über Engpässe am Arbeitsmarkt und im Bereich der Betriebsmittel bei gleichzeitig anhaltender Nachfrage. Die Industrie läuft unter Volllgas und in den meisten Ländern steigen die Investitionen der Unternehmen. Die Wirtschaftsdaten für das zweite Quartal sollten diese Entwicklung widerspiegeln. Für dieses Jahr erwarten wir daher ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent. 2019 dürfte es nur geringfügig darunter liegen. 

Die EZB wird den Geldhahn zum Ende des Jahres zudrehen, es sei denn, dass die Ansteckungsgefahr aus Italien zunimmt und die Wirtschaftsdaten in der Eurozone sich signifikant verändern. Darüber hinaus hat die Notenbank angekündigt, die Zinsen wohl erst mit Ablauf des nächsten Sommers anzuheben, was sich stabilisierend sowohl auf den Euro also auch auf die Renditen der Bundesanleihen auswirken dürfte. Ein schwächerer Euro kommt zudem dem Export zugute. Ausgewählte Sektoren und Länder sollten von einem solchen Umfeld profitieren können.The bank has also confirmed it’s unlikely to raise interest rates until we’re through the summer of next year at least, keeping the euro and bund yields anchored for now. A weaker euro should support exports, inflation and, ultimately, the ECB’s exit stance. Some sector and country selectivity could prove rewarding in this environment.


Genauer hinschauen

Die Bewertungsunterschiede zwischen dem europäischen und dem US-Markt sind zuletzt geringer geworden. Nach wie vor können Investoren hiervon profitieren. Allerdings haben die zentralen Treiber wie beispielsweise Umsatzwachstum oder Margenerholung an Kraft eingebüßt. 


Vorsicht bei den Bewertungsunterschieden:
Kurs-Buchwert-Verhältnis seit Januar 1975

Chart 4

Quelle: Thomson Reuters Datastream, MSCI, Lyxor International Asset Management. Stand 31.05.2018. Die Performance der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.






Es lohnt sich also, etwas genauer hinzuschauen. Nach wie vor empfehlen wir Kernmärkte wie den CAC oder den DAX gegenüber den europäischen Peripheriemärkten wie etwa dem FTSE MIB  und dem IBEX. Der Grund hierfür: stärkeres Wachstum, höhere politische Stabilität und deutlich bessere Unternehmensbilanzen. Insbesondere der französische CAC dient als gutes Muster für die Erholung in der Eurozone. Der Index verfügt über einen ausgewogenen Mix an binnen- und exportwirtschaftlich ausgerichteten Unternehmen, die von den langfristigen Reformen im Lande profitieren sollten. Kurzfristig versprechen auch griechische Aktien einige Chancen, insbesondere vor dem Hintergrund möglicher Schuldenerleichterungen für Athen.

Insgesamt setzen wir derzeit eher auf Unternehmen, die auf ihren Heimatmarkt ausgerichtet sind. Dabei stehen für uns vor allem zyklische Werte aus dem Bereich der gehobenen Konsumgüter im Vordergrund. Deren Gewinnaussichten sollten sich mit der Erholung in Europa, erhöhten Verbraucherausgaben und steigenden Immobilienpreisen verbessern. Demgegenüber vermeiden wir teure defensive Sektoren mit geringen Gewinnaussichten, insbesondere Unternehmen aus dem Basiskonsumgüterbereich.


Warum Lyxor, wenn es um Europa geht?

Ganz gleich, welche Perspektive Sie für die europäischen Märkte einnehmen: wir haben die passenden Produkte. Mit unseren mehr als 60 Europa ETFs bieten wir Ihnen unterschiedlichste Ansätze, um an den europäischen Märkten Geld zu verdienen. Dazu zählen Europas kostengünstigste Aktien ETFs mit Gesamtkostenquoten von lediglich 0,07 Prozent. Wählen Sie zwischen unseren breit aufgestellten Länder ETFs oder unseren 19 Branchenfonds, von denen einige zu den am besten performenden und liquidesten ETFs ihrer Art gehören.* Sehen Sie Chancen vor allem im Bereich der europäischen Mid- und Small Caps, dann werden Sie ebenfalls bei uns fündig, zum Beispiel mit dem MSCI EMU Small Cap ETF.



Erfahren Sie mehr über unsere Core ETFs

Alle Meinungen und Ansichten: Lyxor International Asset Management & Lyxor Cross Asset Research Team mit Stand vom 19. Juni 2018

*Die Daten zur Effizienz der ETFs beziehen sich auf ein Jahr, gerechnet mit Stand vom 31.01.2018. Sie beruhen auf den Lyxor Effizienz Indikator, der im Jahre 2013 entwickelt worden ist.

Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​
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