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Q4: Das Märchen ist noch nicht zu Ende



Seit Monaten liefern sowohl die Aktien- als auch die Rentenmärkte gute Ergebnisse. Wie lange kann das gut gehen? Diese Frage hatten wir uns bereits zum Ende des vergangenen Quartals gestellt. Bisher scheint das Märchen nicht beendet. Wird im vierten Quartal nun doch das Schlusskapitel aufgeschlagen?

Positive Wachstumsentwicklungen sind zweifellos die Grundlage eines jeden Marktmärchens. Und da scheint die Fahnenstange gegenwärtig noch nicht erreicht. Im Gegenteil: Für die USA und die Eurozone haben Analysten die Wachstumsprognosen für dieses Jahr gerade auf  Werte von mehr als zwei Prozent angehoben, für Japan auf über 1,5 Prozent. Sorgen bereitet allerdings nach wie vor die geringe Inflation in den westlichen Industriestaaten, ein Phänomen, für das die richtigen Erklärungen noch nicht gefunden sind. Von den Notenbanken nämlich, die ihren Kurs der Normalisierung nicht im Hauruckverfahren, sondern behutsam umsetzen, geht weiterhin Unterstützung für die Finanzmärkte aus. Und: obwohl einige Aktien bereits hoch bewertet sind, erscheint eine größere Kurskorrektur gegenwärtig nicht wahrscheinlich – zumindest solange nicht, wie das Wirtschaftswachstum in der Spur bleibt. Gute Nachrichten für Investoren, die vermuten lassen, dass das Märchen vorerst noch nicht zu Ende ist.

Wo liegen die besten Chancen in den kommenden Monaten?


​Jedenfalls nicht bei risikoarmen Staatsanleihen. Denn mittelfristig dürften sowohl Lohn- als auch Kerninflation in den USA ansteigen und die Notenbank bei ihrem Kurs hin zu einer Normalisierung der Geldpolitik unterstützen. Die Fed dürfte mit der Bilanzbereinigung im Oktober beginnen und einen Zinsschritt im Dezember vornehmen. In Europa ist auch die EZB dabei, die Abkehr von ihrer expansiven Politik vorzubereiten. Staatsanleihen haben vor diesem Hintergrund kein Potenzial und sollten untergewichtet werden. Europäische Hochzinsanleihen bleiben demgegenüber weiterhin eine interessante Option, obwohl die historisch engen Spreads zu einer gewissen Vorsicht mahnen. Da die fundamentalen Daten aber weiterhin unterstützend wirken und die Wahrscheinlichkeit einer Umkehr in den kommenden Monaten gering ist, haben wir Hochzinsanleihen übergewichtet.


Volle Kraft voraus für Aktien der Eurozone


​Die relativ mäßige Entwicklung von Aktien aus der Eurozone im vergangenen Quartal war verwunderlich, aber vermutlich Mitnahmeeffekten nach einer Phase zweitstelliger Gewinne geschuldet. Nach wie vor weisen viele Titel eine gegenüber dem US-Markt günstigere Bewertung auf. Der fortgesetzte Aufschwung in der Eurozone dürfte sowohl ausländische wie heimische Investoren veranlassen, Investitionen zu verstärken, und dem Markt so zu einem weiteren Anstieg zu verhelfen. Dabei erscheint es ratsam, selektiv vorzugehen. Vor allem Banken sollten von der wirtschaftlichen Erholung profitieren, genauso wie der Bausektor. Letzterer erscheint nicht nur billig, sondern dürfte auch von zunehmenden Investitionen in Immobilien und die Infrastruktur profitieren. Vor dem Hintergrund steigender Konsumausgaben über den täglichen Bedarf hinaus, erwarten wir uns mehr von ausgewählten Einzelhandelstiteln als von Großhandelsunternehmen. Auf Länderebene sind wir Anhänger der „Macronomics“. Französische Aktien ziehen wir daher gegenwärtig deutschen Unternehmen vor. Und da wäre noch Griechenland, dessen Aktienmärkte lange Zeit weniger gut abgeschnitten haben. Die Aussicht, dass die Eurozone bereit zu sein scheint, die Schuldenproblematik Griechenlands in den Griff zu bekommen, lässt uns hier eher an die Chancen glauben.


USA neutral – Japan übergewichten


​Angesichts eines Rekordstandes beim S&P 500 mahnt die Bewertungslage am US-Aktienmarkt zur Vorsicht. Auch die Bilanzreduzierung der Fed dürfte sich nicht gerade positiv auswirken. Auf der anderen Seite können sich die Fundamentaldaten nach wie vor sehen lassen, und einige Risiken haben sich reduziert. Nach jetzigem Stand scheint ein Scheitern der Präsidentschaft von US-Präsident Trump nicht wahrscheinlich. Die Verschuldungsgrenze wurde angehoben und es gibt ausreichend Zeit, die Steuerreform unter Dach und Fach zu bringen. Vor diesem unklaren Hintergrund bleiben wir neutral, was US-Aktien angeht. Präferenzen haben wir dennoch: wir bevorzugen Large Caps und setzen weniger auf Small Caps und Unternehmen, die zu stark auf den Heimatmarkt fokussiert sind. Grundsätzlich sind wir auch für Banktitel optimistisch. Eine geringe Inflation könnte hier im vierten Quartal allerdings für etwas Gegenwind sorgen.

In Japan befindet sich die Wirtschaft auf dem Weg der Besserung und dürfte die Zentralbank dazu veranlassen, Kurs zu halten. Dies und die bisher eher geringen Auslandsinvestitionen haben uns dazu veranlasst, unsere Haltung zu Japan auf positiv heraufzusetzen. Gleichwohl betrachten wir Japan gegenwärtig noch eher als taktisches Investment. Das Gewinnwachstum pro Aktie liegt noch unterhalb seiner Möglichkeiten. Hinzu kommt der Schatten des Konflikts um Nordkorea. Gleichwohl könnte eine längere anhaltende Schwächephase des Yen eine interessante Chance auf Outperformance bereithalten.

Und dann wären da noch die Aktienmärkte der Schwellenländer. Hier war zuletzt eine solide Entwicklung zu beobachten. Das könnte sich aber ändern, wenn, wie von uns erwartet, die Renditen der US Staatsanleihen steigen sollten. Einstweilen bleiben wir hier als neutral positioniert. Zu unseren bevorzugten Märkten zählt Südkorea, das sich in Zeiten der Krise um Nordkorea bisher als ziemlich belastbar erwiesen hat.


Vorsicht bei Rohstoffen


​Die Sache mit dem Ölpreis ist nicht eindeutig. Zu den möglichen Risiken zählt neben einer möglichen Erhöhung der Fördermenge ein Rückschlag beim US-Dollar. Wie dem auch sei: Das robuste globale Wirtschaftswachstum sollte die Nachfrage hoch halten, wobei die OPEC Produzenten den Ölpreis wohl nicht weit unter 50 USD pro Barrel fallen lassen dürften. Nach unserer Auffassung dürfte sich der Ölpreis in einer Spanne zwischen 47 und 55 USD pro Barrel bewegen. Vor diesem Hintergrund bleiben wir neutral positioniert. Seit unserer Kaufempfehlung für Kupfer im vergangenen Quartal ist der Preis um 25 Prozent gestiegen. Kupfer setzen wir daher zurück auf neutral. Auch bei Gold bleiben wir neutral positioniert. Im vergangenen Jahr hat sich der Goldpreis  zwar gut entwickelt, allerdings sehen wir gegenwärtig keine Anzeichen für einen weiteren Anstieg. 


Unsere Key Calls


Legende: U/W = underweight, O/W = overweight, s= soft, ST = short-term, LT = long-term.
​Quelle: Lyxor CAR, Juli 2017.

Risikohinweise


Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

Alle im obigen Artikel enthaltenen Meinungen und Daten spiegeln die Sichtweise des Lyxor & SG Cross Asset Research-Teams wider und entsprechen dem Stand vom 23. August 2017.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

​Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.

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