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17 Jun 2019

Die Auswirkungen des Handelsstreits

Die Reaktion folgte prompt: Nach der jüngsten Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China gingen die Märkte in die nächste Volatilitätsrunde. Die Frage ist jedoch: Wirkt sich der Zwist flächendeckend gleich aus oder können einige Märkte den Entwicklungen besser standhalten als andere? Chanchal Samadder ist dieser Frage nachgegangen.

Angesichts der jüngsten Volatilitätsphase habe ich mich gefragt, welche Märkte von einem Andauern des Konflikts wohl am stärksten betroffen wären. Auf der Suche nach einer Antwort kam mir die Idee ein Messsystem für die Folgen des Handelsstreits zu entwickeln. Dieses erfasst schlicht und einfach die Handelsbilanz der 20 größten Volkswirtschaften der Welt (gemessen am BIP) mit den USA sowie die ökonomische Herkunft der Umsätze in jedem Länderindex1, um so einen Messwert für den Einfluss des Handels zu erhalten. Die Ergebnisse sind äußerst interessant.

   

Die 5 wichtigsten Erkenntnisse:

  • Indien hat unter den Schwellenländermärkten (Emerging Markets, EM) eines der höchsten umsatzbezogenen Exposures gegenüber den USA, was jedoch durch ein relativ niedriges Handelsbilanzdefizit ausgeglichen wird.
  • Gegenüber China weist Indien ein geringeres Exposure auf als die meisten seiner Vergleichsländer und ist stärker von der Binnennachfrage geprägt. Damit dürfte das Land gegen eine handelsbedingte globale Konjunkturabkühlung gewappnet sein.
  • Taiwan hingegen weist ein erhebliches Exposure gegenüber den USA und China auf und befindet sich – nicht zum ersten Mal – in einer prekären Lage. 
  • Brasilien, Russland, Indonesien und Australien können sich wohl einigermaßen auf der sicheren Seite wähnen, allerdings reicht der mit China generierte Umsatz, um auch sie die Folgen jeglichen Konjunkturrückgangs spüren zu lassen.
  • Das ökonomische USA-Exposure von China selbst ist wiederum überraschend gering, und – aufgepasst, Herr Trump! – laut der Analyse erzielt das Land insgesamt recht gute Werte*.

*Zum Teil liegt dies an der speziellen Struktur des chinesischen Aktienmarktes und daran, dass Aktienkursentwicklungen dort tendenziell die Marktliquidität und die Nachfrage und nicht den Unternehmenswert widerspiegeln. Ausstrahlungseffekte auf andere EM-Länder sind in dem Modell nicht berücksichtigt. 

Die Ergebnisse im Einzelnen

Land Importe aus den USA in Mio. US$ Exporte in die USA in Mio. US$ Handels-bilanzdefizit in Mio. US$ BIP in Mrd. US$ Defizit in % des BIP Exporte in % des BIP Economic Exposure
des MSCI Equity
Index ggü. den USA in %
Economic Exposure
des MSCI Equity
Index ggü. China in %
Indikator für die
Folgen des Handelsstreits
(0-100)
Kanada 298,727 318,481 -19,754 1,711 -1.15% 18.61% 28.97% 2.64% 53.92
Mexiko 265,010 346,528 -81,517 1,220 -6.68% 28.40% 9.54% 1.14% 27.10
Taiwan 30,243 45,762 -15,519 586 -2.65% 7.81% 26.95% 21.36% 21.05
Schweiz 22,231 41,138 -18,908 703 -2.69% 5.85% 30.04% 7.75% 17.58
Deutschland 57,654 125,904 -68,250 4,000 -1.71% 3.15% 21.76% 8.48% 6.85
Südkorea 56,344 74,291 -17,946 1,620 -1.11% 4.59% 13.49% 12.63% 6.19
Vereinigtes Königreich 66,228 60,812 5,416 2,828 0.19% 2.15% 23.45% 10.63% 5.04
EU 318,619 487,916 -169,296 18,750 -0.90% 2.60% 18.29% 7.24% 4.76
Japan 74,967 142,596 -67,630 4,970 -1.36% 2.87% 14.08% 7.56% 4.04
Frankreich 36,326 52,522 -16,195 2,775 -0.58% 1.89% 19.16% 7.65% 3.63
Malaysia 12,865 39,384 -26,519 354 -7.49% 11.13% 3.05% 3.09% 3.40
Indien 33,120 54,407 -21,287 2,720 -0.78% 2.00% 13.04% 3.02% 2.61
Italien 23,153 54,722 -31,569 2,072 -1.52% 2.64% 9.16% 2.63% 2.42
Spanien 12,976 17,241 -4,266 1,425 -0.30% 1.21% 11.70% 2.51% 1.42
Thailand 12,588 31,900 -19,312 487 -3.97% 6.55% 1.84% 2.19% 1.21
China 120,341 539,503 -419,162 13,400 -3.13% 4.03% 1.90% 93.51% 0.76
Brasilien 39,494 31,161 8,333 1,868 0.45% 1.67% 4.50% 5.73% 0.75
Australien 25,306 10,126 15,181 1,420 1.07% 0.71% 9.42% 9.52% 0.67
Russland 6,668 20,795 -14,128 1,630 -0.87% 1.28% 4.11% 3.50% 0.52
Indonesia Indonesien 20,870 -12,643 1,022 -1.24% 2.04% 0.28% 0.75% 0.06
USA 1,521,088 20,000 7.61% 62.38% 6.80% 28.61


​Quelle: Handelsdaten: US Census Bureau; BIP-Daten: IWF; Ökonomisches Exposure: MSCI; Stand der Daten: Ende 2018. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit bietet keine Gewähr für zukünftige Renditen.

Messsystem zu den Folgen des Handelsstreits für die Märkte: Ein hoher Einflusswert deutet auf ein hohes Exposure des Landes sowohl gegenüber den USA als auch gegenüber China hin und lässt damit auf eine stärkere Anfälligkeit im Falle von Handelsstörungen schließen. Das Gleiche gilt umgekehrt.

1 Das ökonomische Exposure (Economic Exposure) eines Unternehmens gegenüber einer Zielregion oder einem Zielland entspricht dem auf die Region/das Land entfallenden Umsatzanteil. Die Schätzung des Economic Exposure durch MSCI erfolgt anhand der geografischen Segmentverteilung der Umsätze nach Endmärkten/Zielort laut Angaben des Unternehmens und der BIP-Gewichtung der EM-Länder innerhalb dieses Segments. 

Wie können Sie Ihr China-Risiko reduzieren?

Mögliche Auswirkungen von Handelsspannungen auf Ihr EM-Portfolio lassen sich durchaus eindämmen. Unsere Analyse zeigt: Wenn Sie 20% Ihres globalen EM-Portfolios in den MSCI India umschichten, können Sie das Gesamtrisiko senken und sich zudem zusätzliches Renditepotenzial erschließen.

chart1

Quelle: MSCI, Bloomberg, Lyxor International Asset Management, Stand der Daten: 12.06.2019.Berechnung der historischen Volatilität auf Basis der täglichen Renditen über 90 Tage.
*Untersuchungszeitraum: 31.12.2013 bis 12.06.2019. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit bietet keine Gewähr für zukünftige Ergebnisse.




Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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